Initiative Siglinde
Ein Strickprojekt in Bosnien-Herzegowina, um die Lebensqualität von Frauen, die dort durch den Krieg viel verloren haben, wieder zu entfalten

Die Initiative Siglinde

Das Projekt ist eine private Initiative mit dem Ziel, traumatisierte Frauen in Ihre Selbstbestimmtheit zu begleiten, sodass sie ihr Leben aus dieser Selbstbestimmtheit erschaffen und leben können. Immer mehr Frauen haben an dem Projekt teil und sind dadurch fähiger. Durch ihr Können tragen sie zu ihrem Lebensunterhalt bei und helfen so sich selbst, ihrem Umfeld und ihrem Land.

 Durch den Verkauf der von ihnen erzeugten Strickwaren erwirtschaften die Frauen ein Einkommen, und zugleich können neue Wolle und Zubehör eingekauft werden. Daraus werden wieder Produkte zum Verkaufen hergestellt. So entsteht ein Kreislauf, der gewährleistet, dass sich dieses Projekt zunehmend aus sich selbst heraus finanziert und es irgendwann keiner weiteren Hilfe mehr bedarf. Momentan ist alles noch im Aufbau und im Entwickeln.



Der therapeutische Ansatz


Um in Selbstbestimmtheit leben zu können oder sie wieder zu erlangen, braucht es Wege und Methoden, die diesem Ziel entsprechen. Den Frauen ist ja genau das Gegenteil widerfahren: Fremdbestimmung in Form von Gefangenschaft, Gewalt und Vertreibung. Nun muss man wissen: Wenn man jemanden begleitet, wieder oder überhaupt in eine Fähigkeit oder Fertigkeit zu kommen, dann gibt es Stolpersteine auf dem Weg. Diese Stolpersteine verfolgen sozusagen eine ganz andere Absicht und wirken als Gegenkraft und Widerstand gegen das Neue, das erlangt werden will. Es kann frühere Momente in der Existenz berühren, die gar nicht berührt werden wollen oder die schmerzliche Inhalte in Form von Gedanken und Emotionen haben, die den Menschen veranlassen wollen, von dem Vorhaben besser wieder abzurücken. Wobei sich diese Widerstände oft auch durchaus vernünftig anhören, zumindest dem Anschein nach.


Deshalb ist es auch von großer Bedeutung, dass alles in Freiwilligkeit geschieht. Keine der Frauen muss teilnehmen oder muss etwas machen, was ihr völlig widerstrebt. Vielmehr geht es darum, dass die Frauen entscheiden können und dürfen, was sie sich zutrauen, und sie stricken  das, wozu sie jetzt in der Lage sind. Zu einem späteren Zeitpunkt können sie zu mehr in der Lage sein. Aber im Moment erscheint es erst mal so und das ist zu akzeptieren.


Um jedoch überhaupt ein Strickwerk erzeugen zu können, das verkaufbar ist, braucht es unabdingbar gewisse Qualitäten. Und auch beim Erlernen dieser Qualitäten begegnet man schon den Stolpersteinen. Diese gilt es zu überwinden. Und dazu sind wir als Helfer da. Dabei gibt es einen „kritischen Punkt“, denn scheinbar ist bei diesem Vorgehen, die Frauen zum Weitermachen zu ermutigen, deren Freiwilligkeit nicht mehr gegeben. Es scheint, als ob der Helfer zwingt weiterzumachen. Nur – es gibt zu bemerken, dass diejenige, die sich freiwillig entschieden hat mitzumachen, nun eben einem Stolperstein begegnet ist, einem ihr innewohnenden Widerstand, der sie glauben lässt, dass sie das nicht kann oder dass es zu anstrengend ist oder dass sie es nie schaffen wird. Es ist widernatürlich, das zu glauben. Solche Gedanken entspringen nicht dem gesunden Menschenverstand.  Wir aber wollen zur Gesundung beitragen und deshalb glauben wir nicht dem Widerstand, sondern wir glauben an die Frauen und dass sie es schaffen können. Also muss man diesen Gegengedanken Einhalt gebieten. Und dieses Einhalt-Gebieten kann so erscheinen, als ob man über die andere Person bestimmen würde. Es ist aber so, dass wir ihr helfen, über ihren Widerstand zu bestimmen und diesen damit zu überwinden. Ich behaupte sogar, dass jeder Mensch aus freiem Willen gar keine solchen abwertenden, negativen Gedanken hätte.

Beim Einüben einer neuen Fertigkeit gehen wir schrittweise vor. Wir trainieren jeden Schritt solange, bis er gekonnt ist und die jeweilige Frau sich sicher ist, dass sie es kann. Erst dann gehen wir zum nächsten Schritt weiter.

Es wird also das Gleiche immer wieder wiederholt. Und genau dieses Wiederholen bringt die Dinge ans Licht, die vorher im Dunkeln waren. Im Dunkeln, weil man sie sich nicht anschauen wollte, weil sie unangenehm sind, weil sie schmerzhaft sind. Ein Beispiel ist, wenn sich jemand begnügt mit „Das ist schon ausreichend“ und weiß aber im Grunde, es ist nicht so, wie er möchte, dass es ist, dann hat er sich selbst gegenüber eine Untreue begangen. Er ist es sich nicht mehr wert, dass er es genau so macht, wie er ursprünglich wollte. Mit diesem Verfahren, eine Fertigkeit solange zu trainieren und zu wiederholen, bis das Ergebnis genau so ausfällt, wie es beabsichtigt ist, kommt der Mensch mit seiner begangenen „Untreue“ in Kontakt, und das ist unangenehm.  Je mehr er mit diesen früheren Momenten in Kontakt kommt und dennoch mit dem ursprünglichen Vorhaben weitermacht, desto mehr richtet er sich wieder in seine ursprüngliche Richtigkeit aus. Und hat als Geschenk mehr Lebensenergie gewonnen. Erarbeiten muss er sich diese selbst, dass kann kein anderer für ihn übernehmen. Wir sind die Lotsen.

In der Zeit zwischen den Projektwochen gibt es eine Ansprechpartnerin vor Ort. An diese können sich die Frauen wenden. Die Kommunikation zwischen den Frauen und mir erfolgt über diese Ansprechpartnerin.


 

Auszüge aus der Anatomie eines Traumas  

und das Schneider-Projekt für ehemalige KZ-Insassen in Bosnien-Herzegowina


Inhalt: 


1  Hinweise für den Leser 
2  Anatomie eines Traumas aus dem Sichtwinkel von „Lernen“ 
3  Bisherige Bemühungen 
4  Was funktioniert
5  Die Lösung
6  Lernen 
7  Kurze Analyse der ehemaligen KZ-Insassen in Bosnien-Herzegowina
8  Das Schneider-Projekt in Bosnien-Herzegowina 
8.1  Stufe 1:  Einfaches Nähen und psychische Stabilisierung
8.2  Stufe 2:  Näh-Routine und weitere Stärkung der Person
8.3  Stufe 3:  Anspruchsvolle Lernstufe und Umgang mit Trauma-
                        Aktivierungen
8.4  Stufe 4:  Der Schritt in die Professionalität und Wachstum der   
                        Eigenbestimmung
9  Die Vorteile für alle Beteiligten
10  Weiterführende Informationen


1  Hinweise für den Leser


Diese Darstellung erklärt, dass Lernstörungen (sofern sie nicht in mangelnden Grundfähigkeiten des Lernenden begründet sind) ihren Ursprung in unverarbeiteten negativen Erlebnissen haben. Wir skizzieren die Kennzeichen eines Traumas unter dem Fokus des Themas „Lernen“. Auf dieser Grundlage wird das Schneider-Projekt der SiTa Consulting in Bosnien-Herzegowina vorgestellt. Die ehemaligen KZ-Insassen, die gegenwärtig an der Schneider-Akademie teilnehmen, sind Frauen. Das Programm steht selbstverständlich genauso auch Männern offen. (Der besseren Lesbarkeit wegen verwenden wir die allgemeinen Begriff wie „Teilnehmer“.)


2  Anatomie eines Traumas aus dem Sichtwinkel von „Lernen“ 


Ein Trauma hat immer diese Bestandteile: 


    Es ist eine gewaltsame Erfahrung und die Erfahrung von Zwang.
    - Eine Überwaltigung und starke Einwirkung auf die Person fanden statt. 
    - Es kam zu einem unfreiwilligen Annehmen und einem erzwungenen Sich-Einlassen-       
    Müssen, einem unfreiwiligen Hereinlassen.
    - Es gab keine Wahlfreiheit. 


Dies erzeugt hinderliche Sichtweisen zum Thema „sich auf etwas einlassen“.


Einer der zentralen Punkte, welche ein Erlebnis zu einem Trauma machen, ist die Ablehnung und die Nichtbereitschaft, es erleben zu wollen. (Dieser Umstand ist es übrigens, warum mit  einer Aktivierung des Traumas oftmals eine Nichtbereitschaft, etwas erleben zu wollen, einhergeht.)

Außerdem hängt die Bildung eines Traumas maßgeblich davon ab, inwieweit die Umstände, die geschehen, nachvollzogen und verarbeitet werden können oder nicht. Ein und dasselbe Erlebnis kann für verschiedene Menschen unterschiedlich traumatisch wirken. 


Weiterhin haben Traumas in der Regel einen indoktrinierenden Charakter. Das bedeutet, Informationen werden mit Druck, unter Zwang und ohne Berücksichtigung der Bereitschaft des Empfängers, diese erfahren zu wollen oder zu können, verabreicht. (Die Folge davon sind fixe Gedankenmuster, die die Handlung der Person zukünftig bestimmen.)

3  Bisherige Bemühungen 

Eine Reihe von bisherigen Bemühungen, diesen Menschen zu helfen, sich aus der Einwirkung des Traumas zu befreien, sind gescheitert. Die meisten Technologien und Methoden kamen deshalb nicht zum Tragen, weil die unfreiwillige Einwirkung auf die Person zu stark gewesen ist. Die Frauen konnten sich weder durch Rückführungstechniken noch durch andere Verbal-Kommunikationstechniken nur schwer dem Trauma-Inhalt nähern, geschweige denn ihn betrachten und verarbeiten. 


4  Was funktioniert


Die größte Funktion wurde bisher dadurch erreicht, dass der traumatisierte Mensch eine objektive Tätigkeit im Hier und Jetzt verrichtet. (Unter objektivem Tun verstehen wir das Hantieren, Herstellen, Verändern jedweder physikalischer Form: Malen eines Bildes, Pflanzen eines Baums, Streichen eines Gartenzauns usw.)Es genügt allerdings nicht, diese Tätigkeiten einfach durchzuführen. Die Sinnhaftigkeit und Verbesserung der menschlichen Qualität beinhaltet die korrekte Anleitung und Begleitung des Arbeitsprozesses. 
In anderen Worten: Das gezielt geführte Handwerken unter Berücksichtigung der wesentlichen Normen und  Richtlinien zur Verbesserung von menschlicher Qualität ist eine funktionierende Lösung der Aufgabe.


5  Die Lösung 


Wir kombinieren folgende Aspekte: 


handwerkliches Arbeiten 

- Berufsausbildung 

- Traumarückbildung 

. Erhöhung des Gegenwartsbewusstseins 

- Begleitung durch Fachkräfte (aus dem Handwerk)

- Grundlagen von modernem Coaching 

- Grundlagen der Therapiearbeit

- Berücksichtigung der Anatomie und Wirkungsweise eines Traumas. 


6  Lernen 


Lernen ist ein Annehmen von Informationen und Erfahrungen anderer Menschen, die durch die Annahme und Eigenbeobachtung  nachvollziehbar werden und somit zum eigenen Wissen werden können. Der Lernprozess braucht die Fähigkeit, Aufmerksamkeit frei schweifen zu lassen oder sie freiwillig gezielt zu richten. 


Der Lernerfolg hängt maßgeblich damit zusammen:

- Sichtweisen ändern zu können,

- Vergleiche anstellen zu können,

    Auswertungen durchführen zu können in Hinsicht auf gewünschte Ergebnisse, die jemand    beabsichtigt zu erzielen. 

- Lernen findet also idealerweise vor dem Hintergrund eines gewünschten bekannten     Ergebnisses statt. 

In jedem Fall ist Lernen ein geistiger Prozess, der im Idealfall durch eine maximal unbeeinflusste Geisteshaltung getragen ist. 


7  Kurze Analyse der ehemaligen KZ-Insassen in Bosnien-Herzegowina


Das hauptsächliche Betätigungsfeld, insbesondere der Frauen, waren (bezogen auf die Zeit vor dem Krieg) Tätigkeiten in der Landwirtschaft, teilweise in Fabriken sowie alle häuslichen Tätigkeiten. 

Die nach dem Krieg am stärksten verfügbaren Qualitäten sind die des Nähens und des Strickens sowie sonstiger Handarbeiten. 

In bisherigen Tests während der letzten Jahre haben sich gemäß eigens durchgeführter Projekte alle Methoden als positiv und heilsam erwiesen, die im Zusammenhang mit Körperarbeit und therapeutisch geführtem Handwerk standen. (Körperarbeit bezieht sich auf QiGong und Yoga; Handwerk bezieht sich auf Nähen  und Stricken.)

Aus all diesen Erkenntnissen und Tests setzt sich das folgende Projekt zusammen: 


8  Das Schneider-Projekt in Bosnien-Herzegowina 


8.1  Stufe 1: Einfaches Nähen und psychische Stabilisierung


Die betroffenen Frauen und teilweise auch Männer lernen das Nähen auf der Stufe 1. Das bedeutet Lernen durch Zeigen, Lernen durch Nachmachen und Nachahmen. Dadurch richten sich die motorischen Fähigkeiten aus. 

Absolute Freiwilligkeit, behutsamster Umgang sind Selbstverständnisse. Keine Korrekturen, humorvoller Umgang – erst mal ist alles erlaubt. 

8.2  Stufe 2: Näh-Routine und weitere Stärkung der Person


Wir erhöhen die Routine bezüglich den gelernten Techniken. Wir beachten alle nötigen ethnischen Traditionen. In den Arbeitsgruppen entwickeln sich gemäß unserer Beobachtung Selbstheilungsrituale. Darunter ist zu verstehen: Welches Thema ihres Lebens besprechen sie wann und mit wem. Außerdem beginnt sich ihre Aufmerksamkeit zu formieren. Die Wahrnehmung auf Lieblingsfarben beginnt. Die Geschmacklichkeit beginnt sich leicht zu entwickeln. Erste Vorlieben werden erkennbar. Der gesamte Fokus der Betreuer liegt auf dem Herausarbeiten positiver Elemente. Es wird nicht über Negatives oder Kriegstraumatisches gesprochen. Wir brauchen einfach den Abstand und die Entwicklung in der Gegenwart. Der Lernfokus auf dieser Stufe liegt auf dem verstärkten Können der Nähroutinen sowie auf dem Entwickeln von eigenen Geschmacklichkeiten (Lieblingsformen und -farben). 


8.3  Stufe 3: Anspruchsvolle Lernstufe und Umgang mit Trauma-Aktivierung


Die nächste Stufe beinhaltet schwierigere Nähtechniken. Die Lernmethode ist immer noch das Nachmachen und ständige Wiederholen. Jedoch sorgt der erhöhte  Schwierigkeitsgrad bereits dafür, dass sich die Individualität der Frauen stärker berührt fühlt. Das Ganze hat quasi schon mehr mit der Person zu tun, und hier beginnt die Herausforderung. Jetzt hat der Prozess mehr mit ihr zu tun, und das bedeutet, dass es die Person selbst mehr gefordert wird. Dies wiederum impliziert ein stärkeres sich auf etwas Einlassen-Müssen. 

Sich stärker auf etwas einzulassen bedeutet, gewillt zu sein, etwas hereinzulassen. Freiwilliges etwas Hereinlassen-Wollen beginnt, unfreiwilliges Hereinlassen-Müssen zu aktivieren. 

Sobald die Aktivierung beginnt, beginnen auch die traumatischen Inhalte zu wirken. Die Person ist nun mehr oder weniger dem sich aktivierenden Trauma ausgesetzt, und sie ergreift die ihr zur Verfügung stehenden Lösungen. Aggressivität, apathisches Verhalten, sich gezwungen fühlen, Müdigkeit, Körperbelastungen aller Arten, aufhören wollen, sich unfähig fühlen – um nur einige zu nennen – sind die Folge davon. 

Hier sind die ersten therapeutischen sowie coachingbezogenen Fertigkeiten notwendig, damit der Betreuer im Umgang mit diesen Phänomenen erfolgreich in seiner Begleitung bleibt, also die Teilnehmerin durch diese Erscheinungsformen hindurch bringt.

Es gestaltet sich zum Teil deshalb etwas herausfordernd, weil Erscheinungsformen (wie zum Beispiel seine Meinung nicht ändern wollen, das Beharren auf fixierte Sichten, keine Bereitschaft zur Veränderung und so weiter) direkte Folgen des Traumas sind. 

Zu lernen bedeutet zum Teil das Loslassen von Bestehendem und Annehmen von Neuem. Die lernende Person hat aber in ihrem Basis-Erleben des Traumas zu viele Dinge unfreiwillig hergeben müssen und zu viel gewaltsame Veränderung gegen ihr  Leben erleben müssen, sodass es ihr nun beträchtlich schwerfällt, jegliche damit verbundene Fähigkeit frei einzusetzen.  Im Basis-Erlebnis war alles unsicher. Nichts war stabil. Das Einzige, was sicher und stabil war, ist, dass nichts stabil und sicher war.  

Daraus lässt sich ableiten, welche menschliche Qualität der Coach oder die Begleitperson haben muss, um andere durch diese Umstände hindurch zu begleiten.


Wenn es nun gelungen ist. durch behutsame und korrekte Führung den Teilnehmer durch diese immer wieder aufflackernden Aktivierungen des Traumas zu begleiten, und es geschafft ist, der Person die Angst davor zu nehmen und sie in einen sichereren Umgang mit diesen Phänomenen zu versetzen, ist erst mal schon viel erreicht. (Von Geldverdienen über die Produkte kann hier noch nicht so recht die Rede sein. Außer über sehr einfah hergestellte Produkte.)


Ist diese Ebene erst einmal erfolgreich durchschritten, bemerken wir, dass der Teilnehmer von sich aus nach mehr Können und Wissen verlangt. Hier ist Folgendes zu beachten: Wenn der Wunsch nach mehr nicht vom Lernenden kommt, dann sollte auch nicht mehr gegeben werden, sodass er genügend Zeit hat, das Erworbene ausreichend zu verarbeiten, und damit es nicht zu einer Überfrachtung seines persönlichen Aufnahmevolumens kommen kann. Die Beachtung des PAVs ( = persönliches Aufnahmevolumen) ist ein elementarer Schlüssel für erfolgreiches Wachstum. In ein volles Glas kann man eben nicht noch mehr hineinschütten.  Es zu leeren bedeutet, den Prozess zu verarbeiten.


8.4   Stufe 4  Der Schritt in die Professionalität und Wachstum der Eigenbestimmung


Wenn nun der Wunsch nach mehr aus dem Teilnehmer sichtbar als Wunsch entspringt, dann beginnen wir, ihm mehr beizubringen. (Beachten Sie, dass es zusätzlich schädliche Auswirkungen haben kann, wenn Sie dem Schüler ohne eigenen Wunsch weiteres Wissen vermitteln.)In dieser nächsten Ebene der Ausbildung beginnen Aspekte wie Kreativität, Vorstellungsvermögen sowie ein noch stärkeres Sich-Einlassen eine Rolle zu spielen. Das Bewusstsein, mit anderen Menschen in einen gemeinsamen Prozess zu sein, ist bei der Erstellung eines Schnittmusters, eines Entwurfs für einen Kunden sowie bei der Erstellung einer eigenen Mode, eines eigenen Labels von absoluter Wichtigkeit. Die Missachtung dieser Qualität führt nur zu Nachmachern und zur sogenannten Trendhörigkeit.

Wir erleben bei den Teilnehmern eine deutliche Steigerung von eigenem Geschmack, Individualität und eigenem Charakter. Dies geschieht aber nur, wenn der Einfluss des Traumas nachlässt oder sich weitestgehend aus dem Einflussbereich der Person zurückzieht. Ansonsten erlebten wir die Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung des Trauma-Inhalts. Je kreativer die Person werden möchte bzw. je erfolgeicher sie in ihrer Kreativität werden sollte, desto richtiger muss die Begleitung durchgeführt werden. Fehlerhaftes Umgehen mit dem Teilnehmer führt immer zu Rückschritt und zur Verschlechterung. 

9  Die Vorteile für alle Beteiligten 


Wenn wir es schaffen, den Beruf des Schneiders zu kombinieren mit einer idealen Ausbildungsstrecke und -methode, begleitet von therapeutischem Wissen und dem Herzenswunsch, dies auch zu tun, dann haben wir eine große Chance.  Auf diese Weise interpretieren wir Hilfe neu und erschaffen dadurch eine positive Zukunftsausrichtung, sowohl für das Schneiderhandwerk wie auch für alle damit verbundenen Berufsgruppen. 

Die Vorteile liegen auf der Hand: 

1. Die ehemaligen KZ-Insassen erleben eine erhöhte Möglichkeit, ihre menschliche Qualität stärker zum Tragen und zum Wirken zu bringen, und können damit beitragen, eine bessere und unbeeinflusste Zukunft für das Land zu erschaffen. 

2. Der Schneiderberuf selbst erlebt einen Aufschwung.

3. Kreative Menschen, die im Beruf des Schneiders ausgebildet sind, können ihr Wissen zum Wohle der anderen weitergeben. 

4. Die Fähigkeit des Begleitens und des korrekten menschlichen Umgangs erlebt einen   einzigartigen Aufschwung und sollte von allen, die sich in der Lage fühlen, dies nachzumachen, so getan werden. Neben vielen anderen positiven Nebenwirkungen ist ein weltweiter Nachmachcharakter empfohlen und bereits in die Wege geleitet. Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass wir auch Coaches und sonstige Begleitpersonen für dieses Programm ausbilden. 

10  Weiterführende Informationen


Über Einzelheiten zur Umsetzung dieses Projekts informiert Sie die Homepage der SiTa Consulting: www.sita-consulting.com (unter dem Punkt „Internationale Akademie“).

Zum Thema Lernstörungen aus therapeutischer Sicht finden Sie eine gut lesbare Darstellung unter: www.psychologische-praxis-marburg.de von Christine Bick, Marie-Luise Brinkmann und Anja Witte (Menüpunkt „Therapie“, Unterpunkt „Behandlung von Lern- und Leistungsstörungen“). 


2017 by: 


SiTa Consulting

Siglinde Anzenberger

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Tel. 08073 9167667

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www.sita-consulting.com



Zuwendungen

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